Hände mit einem Foto

Zum Erinnerungstag am 13. Juni 2015: Was für ein Tag

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Ich bin sehr dankbar, dass ich das mit erleben durfte. Ich selber habe meinen Mann vor sieben Jahren durch ein Krebsleiden verloren und bin jetzt mit meinen zwei Jungs (9+12 Jahre) alleine. Diese Erfahrung führte mich zur Stiftung. Auch ich suchte den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe für mich und meine Kinder, um Menschen zu finden, die mein Leid wirklich verstehen. Menschen, die auch ähnliche Erfahrungen machen mussten. Zum Erinnerungstag trafen sich in der Björn Schulz Stiftung die Eltern und Geschwister der verstorbenen Kinder, die sich auch alle unausgesprochen verstehen und Gleiches tragen müssen. Ich kann mir gut vorstellen, wie es sich anfühlt, nicht alleine zu sein. Ich habe mit den Kindern Kraftsteine eingefilzt und Beutelchen für einen Glücksstein. Dabei sind auch Tischuntersetzer und BVB-Fan­artikel, Kugelschreiber, Tischdeckchen und andere schöne Sachen entstanden. Die Steine aus der Toskana von Swantje haben noch eine besondere Wertigkeit mit eingebracht. Unsere Steine waren ja alle liebevoll einzeln mit Urlaubsgefühlen vom Boden aufgelesen worden. Jeder ein kleiner Schatz. Aus einem habe ich mir auch eine Kette gemacht. Die übrigen werde ich mit in die Ausbildungs­gruppe zur Trauerbegleitung nehmen und dort noch verteilen und bearbeiten.

Da ich sonst immer alleine arbeite, war der Tag für mich doch sehr ungewohnt mit zwei Helfern an meinem Tisch. Und eine liebe Stimme, die immer Getränke­ und Kuchenwünsche abfragte. So viel Herzlichkeit war doch recht ungewohnt. In meinem Alltag arbeite ich an Schulen und Kitas mit Kindern, die oft sehr „satt“ sind von allem: Glück, Geld, Familie, Gesundheit ­ behütet im Speckgürtel von Berlin Hohen Neuendorf: ein Ort, an dem alle Kinder mit Haus und Garten scheinbar eher mal einen „Mangel“ nötig hätten, um wieder richtig zu fühlen.

Die kleine Eva seht vor dem Wintergarten und beobachtet uns beim Filzen. Ich schaue sie an und winke sie herein. Sie schaut weg. Nach einer Weile gehe ich raus mit einem Musterstein und frage sie, ob sie nicht auch so etwas filzen möchte. Sie dreht sich weg und schaut mich nicht mal an. Ich gehe wieder. Auf einmal steht sie neben mir am Tisch. Ich kann sie bei der Hand nehmen und wir suchen ihr einen schönen Stein aus und tolle Wollfarben.

Dann hat sie mir Ihren Namen verraten. Was für ein Geschenk. Die kleine Eva werde ich so schnell nicht vergessen. Die Aufstellung der Kerzen für die Kinder bei der Andacht und der Zug mit den Schiffchen und Kerzen und die Rosen, der Teich mit den bunten Gedenk­Steinen ... wie viele Geschichten liegen hier? Ein großartiges Haus, eine so wertvolle Arbeit mit so liebevollen Menschen.

Ich bin so froh, dass ich den Weg zu Euch gefunden habe und bin stolz darauf, wenn ich noch viele schöne Dinge mit euch, bei euch miterleben darf.

Eure Heidi

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Letzte Aktualisierung: 18.4.2018
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