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Unsere Kinderärztin

Unsere Kinderärztin, Dr. Kerstin Lieber, Pädiatrische Palliativmedizinerin

Kerstin Lieber hat ihre Facharztausbildung als Kinderärztin an der Charité Mitte absolviert. In den Wendezeiten lernte sie Jürgen Schulz kennen und kurz nach seiner Eröffnung auch den SONNENHOF. Sie arbeitete damals in der Kinderonkologischen und -kardiologischen Rehabilitationsklinik in Wandlitz bei Berlin. Danach ging sie an die Universitätskinderklinik Bonn und erwarb die Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“.
Bereits dort entstanden erste Ideen zu einem Projekt, das jetzt „Spezialisierte Ambulante Pädiatrische Pallivversorgung“ (SAPPV) heißt. Es geht um die häusliche Betreuung lebensverkürzend erkrankter Kinder. Dieses Konzept wurde in der BJÖRN SCHULZ STIFTUNG in Zusammenarbeit mit der Kinderklinik der Charité weiter entwickelt.
Der SONNENHOF ist ein wichtiges Bindeglied zwischen klinischer und häuslicher Versorgung schwer kranker Kinder. Die Aufgaben eines Kinderhospizes unterscheiden sich grundsätzlich von denen eines Erwachsenenhospizes, denn bei uns beginnt die Begleitung mit Diagnosestellung und geht über den Tod des Kindes hinaus. Im Hospiz erhalten die Eltern zusätzliche Kompetenzen bei der Begleitung ihrer Kinder bis zum Lebensende, sie werden unterstützt von Ärzten, Kinderkrankenpflegern, Pädagogen und Sozialarbeitern.
Kerstin Lieber wühlte die Mediendiskussion um das Pro und Kontra eines Kinderhospizes in Berlin auf und regte sie an, den SONNENHOF kennenzulernen.
Durch eine eigene Erkrankung hat sie erfahren, wie wichtig ein Netzwerk aus Medizin, Therapeuten, Familie und Freundeskreis ist. Aber sie musste auch erkennen, wie unterschiedlich sich die Versorgung und Begleitung Erwachsener im Vergleich zu Kindern – insbesondere in der Onkologie – darstellt.
„Ich möchte unsere Patienten und ihre Familien nicht allein lassen, wenn sie unsere Unterstützung brauchen. Dafür stehen wir mit unserem Team Tag und Nacht zur Verfügung. Meine Familie trägt das mit, wir haben dazu ein Einvernehmen gefunden“, sagt Kerstin Lieber über ihre Motivation.
„Die Familien werden für einen kurzen oder auch längeren Zeitraum ein Teil meines Lebens, wir teilen ein Stück Privatsphäre miteinander.“
Ein Motto prägt ihre Arbeit: Wenn Familien in Not sind, müssen sie unsere Verlässlichkeit haben.
Sie sagt: „Wir arbeiten immer mit Familien in Ausnahmesituationen. Es gibt so viele verschiedene Krankheitsbilder, mit denen wir zu tun haben – dafür gibt es häufig keine Leitlinien und Lehrbücher. Es ist für eine Familie nicht auszuhalten, zu wissen, dass das eigene Kind stirbt. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod hat Kerstin Lieber schon in den 80er Jahren auf der Kinderonkologie kennen gelernt. Damals sind viele Kinder stationär gestorben, die Sterbebegleitung gehörte dazu. In der Kinderonkologie gab es viel Unterstützung von außen. Aber auch in anderen Bereichen der Pädiatrie starben Kinder an weniger bekannten Krankheiten. Diese Kinder haben keine Lobby. Durch den medizinischen Fortschritt werden Kinder mit angeborenen schweren Erkrankungen immer älter. Das heisst auch, dass der Zeitraum und die Intensität der Begleitung zunimmt. Und auch die Entscheidung zwischen Lebensqualität und Dauer des Lebens wird immer komplizierter. Solche Entscheidungen erfordern eine intensive Kenntnis des Patienten und seiner Familie sowie der medizinischen Möglichkeiten. Deshalb ist diese Arbeit nie eine Einzelleistung – sondern immer eine Arbeit in einem Team mit vielen Professionen und Erfahrungen. Zu den ärztlichen Aufgaben gehört der Anfang und das Ende des Lebens. Jeder gehört dahin, wo seine Stärken liegen. Denn die Patienten können sich ihre Krankheit nicht aussuchen.“
Und so kam Kerstin Lieber freiwillig und ehrenamtlich im Jahr 2006 in den SONNENHOF und hat hier eine anspruchsvolle Tätigkeit gefunden. Seit 2007 ist sie in Teilzeit fest angestellt und seit 2008 mit einer Vollzeitstelle.
Ehrenamtlich ist Kerstin Lieber seit 1993 Vorstandsmitglied in dem Verein „Hilfe für krebskranke Tschernobylkinder“. Diese krebskranken Kinder kamen zur Akuttherapie nach Berlin und auch zur Rehabilitation in die Brandenburgklinik nach Wandlitz. „Bei einigen haben wir eine intensive Sterbebegleitung im Team geleistet, andere haben heute selbst gesunde Kinder.“
„Mein Traum ist es, Lebensqualität bei schwerst kranken Kindern und Jugendlichen zu erhalten, sichtbar zu machen und ihnen Selbstbestimmung zu ermöglichen.“ Im SONNENHOF kann Kerstin Lieber ihren beruflichen Traum leben.

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Letzte Aktualisierung: 5.9.2017
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