Hände mit einem Foto

Geschwisterwochenende vom 8. bis 10. Juli 2016

„Wilde Wasser“ am Irmengard-Hof

Spende von Chiemsee Harley Treffen 2016 macht Wildwasser-Kajakfahrt für Geschwisterkinder möglich

14.07.2016, Gstadt am Chiemsee - Mit dem Kajak Stromschnellen der Tiroler Ache umschiffen, von Felsen springen und in der berüchtigten „Waschmaschine“ schwimmen – einen Tag voller aufregender Abenteuer erlebten zwölf Jugendliche bei der Geschwisterkinder-Freizeit der Björn Schulz Stiftung und der Stiftung Pfennigparade am zweiten Juliwochenende. Die Kinder, die einen Bruder oder eine Schwester mit einer schweren Krankheit oder Behinderung haben, verbrachten unter dem Motto „Wilde Wasser“ ein Wochenende im Erholungshaus Irmengard-Hof am Chiemsee, der zur Björn Schulz Stiftung gehört. Höhepunkt der Auszeit vom belastenden Alltag war eine Kajakfahrt auf der Tiroler Ache von Kössen bis Schleching. Sie kam zustande durch eine Spende der Teilnehmer am Chiemsee Harley Treffen Mitte Juni diesen Jahres.

„Ich komme jedes Camp hierher und ich finde es immer wieder schön, einfach nur toll“, erzählt Kathi, eine Teilnehmerin. Die zwölf- bis 16-Jährigen lernten sich am Freitagabend beim Lagerfeuer und Werwolfkarten spielen kennen. Der Samstag startete mit einem Chiemsee-Rugby auf dem Bolzplatz am Irmengard-Hof. Danach gab‘s „Verkehrschaos“ - ein erlebnispädagogisches Kooperationsspiel, veranstaltet von den vier Betreuern Linda Schlesinger, Marcel Jahn, Sarah Speichert und Magdalena Koch. In kleineren Gruppen erzählten sich die Jugendlichen, die meist im Schatten ihrer kranken oder behinderten Geschwister stehen, dann von ihren persönlichen Erlebnissen und erfuhren, wie sie mit belastenden Situationen besser umgehen können. Am Ende des Tages baute jeder einen Schwedenstuhl – eine Art kleiner Liegestuhl, der durch Ineinanderstecken zweier Holzteile entsteht. Die Stühle wurden individuell gestaltet und zum „Auszeitstuhl“ erklärt, auf dem man sich bei dicker Luft zurückziehen kann.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es am Sonntag in drei Landrovern von Übersee nach Erpfendorf, der Einstiegstelle in die Tiroler Ache hinter Kössen in Tirol. Nachdem alle in die Neoprenanzüge geschlüpft waren, kamen das Einschwimmen mit dem Trainer und eine kleine Wildwasserschulung. Jeder erhielt eine Schwimmweste und einen Helm und dann hieß es, sich mit den Kajaks vertraut zu machen: paddeln lernen, Steine umschiffen und ein Gefühl für das Wasser bekommen. „Sie lernen die Strömung kennen und spüren, um zu wissen, wie man sich auf und im Wildwasser verhält“, erklärte Oliver Parker von Parker Outdoor in Übersee, der den Tag organisierte. Unter seiner fachlichen Leitung und der seiner beiden Guides Flo und Klaus hatten alle bald riesigen Spaß bei der Fahrt auf grünem Wasser flussabwärts durch die Entenlochklamm mit ihren bizarren Felsformationen. Der Mittagimbiss auf einer Kiesbank schmeckte besonders gut und zwischendurch durften die Teilnehmer ihren Mut auf die Probe stellen: „Wir sind von der Felswand sechs Meter runter gesprungen, das fand ich am besten“, berichtet Bjarne. „Am Anfang habe ich mich nicht getraut zu springen – aber ich bin gesprungen!“ erzählt eine weitere Teilnehmerin. Schließlich übten sich alle noch in der berüchtigten „Waschmaschine“ – einer Flussbiegung, in der die Strömung besonders turbulent ist. Nach vier Stunden landete die Gruppe erschöpft am Ziel in Schleching. „Die Gesichter sagten mehr als Worte: Alle strahlten!“, freute sich Sozialpädagogin Linda Schlesinger von der Björn Schulz Stiftung. „Ein solches Erlebnis gibt den Kindern enormes Selbstvertrauen, sie wachsen an den Aufgaben und loten ihre Grenzen neu aus.“

Die Björn Schulz Stiftung dankt allen, die zum Zustandekommen dieses Erlebnisses beigetragen haben: Parker Outdoor unterstützte die Gruppe, indem die Teilnahmepreise ermäßigt wurden. Und möglich wurde die wunderbare Kajakfahrt erst durch die große Spende der Teilnehmer des Chiemsee Harley Treffens 2016.

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Letzte Aktualisierung: 16.1.2018
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