Hände mit einem Foto

Familie Bading

Wir haben unseren Sohn August 2003 als einen der ersten Gäste im Sonnenhof begleitet. Da wir durch Augusts Krankheit wussten, das er irgendwann sterben wird, fingen wir an uns dort umzusehen. Wir kamen einmal die Woche zum Elternnachmittag und trafen andere Familien mit ihren schwerstkranken Kindern. Wie gut das tat, nicht mehr allein damit zu sein. Wie normal wir uns stundenweise fühlen durften. Wir wurden nicht nur aufgefangen, sondern auch kompetent in allem beraten und teilweise bei Anträgen an die Hand genommen. Es ging dadurch irgendwie weiter, wenn wir umsorgt wurden. Zuhause war nur Schockstarre und Überforderung.

Als wir erfuhren, dass August nicht mehr lange unter uns sein wird, sind wir komplett in den Sonnenhof eingezogen. Da wir das Haus kannten, gab es uns Sicherheit und Geborgenheit und vor allem Zeit und Wärme, was kein Krankenhaus leisten kann. Alle Abläufe wurden von den Schwestern einfühlsam begleitet und trotz des großen Leides fühlten wir uns getragen.

Als August gestorben war, durften wir ihn bei uns behalten. 3 Tage war er im Abschiedsraum und alle konnten sich in würdiger Weise verabschieden. Dieser lange Prozess hat diese traumatische Erfahrung abgemildert, auch bei seiner damals 5 jährigen Schwester Emma.

In der Zeit der Trauer wurde das Hospiz uns weiterhin ein herzlicher Begleiter. Wir besuchten eine Trauergruppe, nahmen psychologische Beratung in Anspruch, trafen uns wöchentlich mit anderen Eltern und unternahmen Aktivitäten, von dort organisiert. Das Gefühl, das wir uns hier zugehörig und draußen isoliert fühlten, blieb unverändert. Emma hatte Kunsttherapie und ging zum Turmspringen mit anderen Geschwisterkindern. Auch wurde uns eine Kur für verwaiste Eltern organisiert.

All das trug dazu bei, das wir langsam wieder ins Leben zurück fanden und dieses Schicksal nicht als Damoklesschwert über uns schwebend geblieben ist. Heute sind 12 Jahre vergangen, Freundschaften von damals sind geblieben, weil durch die Stiftung der Raum zur Begegnung immer gegeben war und noch ist.

Deshalb wollen wir mit unseren Möglichkeiten versuchen, Sponsoren oder Spendengelder aufzutun; damit auch andere betroffene Eltern die Chance haben, es in dieser so schweren und trotzdem kostbaren Zeit mit ihrem kranken Kind, so würdig zu erleben, wie wir es hier konnten.

 

Claudia Geisler Bading und Thomas Bading

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Letzte Aktualisierung: 17.8.2017
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