
Wenn ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener schwer
erkrankt, ist immer die gesamte Familie betroffen und unbeschreiblich belastet. Die Björn Schulz
STIFTUNG steht allen Angehörigen in dieser komplizierten Situation auf vielen Ebenen zur Seite.
Eine ganzheitliche und warmherzige Herangehensweise bestimmt unser Handeln, mehr als zwei
Jahrzehnte Erfahrung fließen darin ein.
Jürgen Schulz , Vater der Kinderhospiz-Idee in Berlin, engagiert sich seit mehr
als zwanzig Jahren für Familien mit schwerst- und unheilbar kranken Kindern.
Herr Schulz, wie kamen Sie auf den Gedanken, ein Hospiz für Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsene in Berlin aufzubauen?
Als wir seit 1983, gemeinsam mit anderen betroffenen Eltern, Familien mit krebskranken
Kindern betreuten, stellten wir fest, daß neben den Familien, deren Kind nach einer langen Therapie
geheilt wurde, vor allem aber auch die Familien, deren Kinder es nicht geschafft haben, unsere
Hilfe benötigten. Wir haben die Begleitung in der Sterbephase des Kindes und auch die
Trauerbegleitung mit übernommen. Doch im Laufe der Zeit mußten wir, die selbst betroffene Eltern
waren, sehen, daß diese Arbeit einen sehr großen und intensiven Teil unseres Lebens einnahm und
auch einige unserer Mitstreiter damit überfordert waren.
Wie haben Sie diese neue Herausforderung umgesetzt?
Wir suchten nach neuen Wegen, dieses Engagement auf standfestere Beine zu stellen. Anfang der
90er Jahre entstand der Gedanke, ein Hospiz für Kinder aufzubauen. In Deutschland gab es so etwas
bis dahin gar nicht, aber in Großbritannien fanden wir damals nahezu zwanzig Standorte. Wir
besuchten ein Kinderhospiz in Birmingham und waren begeistert von der Umsetzung. Ein intensiver
Erfahrungsaustausch begann. Sofort fingen wir an, ein Konzept für ein zunächst ambulantes Hospiz zu
entwickeln. Hier floß viel von unseren Erfahrungen ein, denn wir wußten, wie es den Eltern ging,
was sie benötigten, wir haben diese Situation selbst durchlebt. Seit Anfang 1998 unterstützen
unsere sehr genau ausgewählten und ausgebildeten Hospizhelfer - wir nennen sie Familienbegleiter -
Familien mit einem schwerst- oder unheilbar kranken Kind. Das Projekt der Familienbegleiter ist
bereits mehrfach ausgezeichnet worden.
Wie werden die Familienbegleiter angenommen?
Wir haben mittlerweile 200 ehrenamtliche Familienbegleiter inzwischen in Berlin und
Brandenburg im Einsatz. Die Reaktionen der Eltern bestätigen, daß unsere Arbeit eine große Hilfe
für sie ist und Vertrauen gegenüber der Björn Schulz STIFTUNG schafft.
Heute steht das Haus SONNENHOF in Berlin-Pankow, wie war der Weg dorthin?
Hart und herzlich kann man zurückblickend sehr vereinfacht sagen.
Eine lange Suche nach einem geeigneten und auch bezahlbaren Haus war überhaupt nicht einfach. Uns
wurden auf diesem Weg sogar einige Steine in den Weg gelegt. Doch als wir vor dem Haus in der
Wilhelm-Wolff-Straße standen, wußten wir: Das ist es! Irgendwie spürt man heute noch, daß dieses
Gebäude vor fast einhundert Jahren für Kinder erbaut wurde. Um den von uns gewollten Standard für
unsere Kinder zu ermöglichen, erwartete uns natürlich auch ein riesiger Umbau. Aber die “Mitglieder
der Familie der BJÖRN SCHULZ STIFTUNG", wie wir auch gern die Spender nennen, haben dieses Haus mit
realisiert. In einer Zeit, in der viele Menschen nicht mehr viel Geld zur Verfügung haben, ist es
auch sehr schwer Spenden zu sammeln. Trotzdem unterstützen uns gerade diese Menschen besonders.
Dafür meinen ganz herzlichen Dank!
