Hände mit einem Foto

Familienbegegnungstag

Kinderlachen, große staunende Augen und lächelnde Eltern – für die Eltern und Kinder, die ihren Samstag auf der Alpakafarm Willeminenhof in Groß Kreutz verbrachten, ist dieses Stückchen Normalität etwas ganz Besonderes. Der Grund: die großen staunenden Augen gehören Kindern, die jeden Tag mit dem Leben kämpfen. Das Lächeln gehört Eltern, die jeden Tag unendlich viel Kraft und Mut aufbringen müssen. Denn sie wissen nicht, wie viel Zeit ihnen noch mit ihren Kindern bleibt. Sie wissen nicht, wann die Krankheit ihren Kindern ein weiteres Stückchen Kraft rauben wird und sie wissen nicht, ob sie noch einmal die Gelegenheit bekommen, einen schönen Nachmittag zusammen zu verbringen. Fern ab von Krankenzimmern, medizinischen Geräten und Ärzten.

Am Samstag war ein solcher Tag. Auch der fünfjährige John verbringt einen unbeschwerten Nachmittag auf der Alpakafarm Willeminenhof. John sitzt im Rollstuhl, er kann nicht sprechen und das weiche Fell der Alpakas kann er nur mit Hilfe berühren. John wurde mit einem schweren und unheilbaren Gendefekt geboren und laut den Ärzten sollte er nicht einmal ein Jahr alt werden. „Er ist ein echter Kämpfer“ sagen seine Eltern Judith und Ronny Horn. Sie genießen die kurze Auszeit und auch sie freuen sich, denn die witzigen Alpakas zaubern ihrem todkranken Kind ein kleines Lächeln aufs Gesicht.

Ermöglicht wurde dies von der Björn Schulz Stiftung, die neben Johns Familie noch 40 weitere Familien mit ähnlichen Schicksalen in Brandenburg an der Havel und Potsdam betreut. Die Koordinatorinnen Martina Geiersberg und Kathrin Lübbe organisierten diesen Familienbegegnungstag auf der Alpakafarm von Ulrike Winter. „Die Alpakas sind sehr einfühlsame Wesen.“ erzählt Ulrike Winter, „Sie fixieren ihr gegenüber mit ihren dunkelbraunen Augen ganz genau und strahlen dabei eine Ruhe aus, die sich auf den Menschen überträgt.“ Seit neun Jahren führt sie zusammen mit ihrem Mann Hartmut den Hof.

Die Anschaffung der Alpakas war vorerst nur für die Bewirtschaftung des Grundstücks gedacht, doch die Tiere gaben dem Paar sehr viel Halt, als sie selbst schwere Schicksale zu verarbeiten hatten. Die intensive Beschäftigung mit den Tieren brachte sie daraufhin dazu, tiergestützte Aktivitäten durchzuführen, um auch anderen Menschen an der therapeutischen Wirkung der Tiere teilhaben zu lassen. Heute macht Ulrike Winter selbst eine Ausbildung zur Familienbegleiterin, um noch intensiver mit der Björn Schulz Stiftung zusammen zu arbeiten.

„An der Liebe zu den Tieren und zum Hof wollen wir andere Menschen teilhaben lassen. Wir möchten Kindern, Geschwistern und Familien in ihrer schwierigen Situation ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Hier können sie auftanken, neue Kraft schöpfen und das allerwichtigste: schöne Stunden miteinander verbringen. Denn es ist nicht abzusehen wie viel Zeit ihnen noch zusammen bleibt. “, so Ulrike Winter.

Am Familienbegegnungstag kamen Mütter und Väter zusammen, die täglich enorme Kräfte mobilisieren müssen, um den ihnen auferlegten Weg weiter beschreiten zu können. Einen Nachmittag lang können sie unbeschwert sein, sich mit anderen Familien austauschen und gegenseitig Halt geben. Ihnen echte Freude zu ermöglichen, und damit zumindest ein Stückchen Normalität, ist Ulrike Winter mindestens genauso wichtig, wie eine optimale medizinische Versorgung. Doch auch sie weiß: Das allerschönste für ein Kind, sei es krank oder gesund, ist ein unbeschwerter Nachmittag mit seinen Eltern und Geschwistern.

Interessenten können sich bei Ulrike Winter unter der Telefonnummer 0152 -33805580, oder über die Internetseite http://www.willeminenhof.de/ weitere Informationen holen.

 

von Jennifer Klaus, Brandenburg an der Havel, 17. Sept. 2014

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Letzte Aktualisierung: 18.4.2018
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